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„Sie halten nicht an Christus fest, der das Haupt der Gemeinde ist. Dabei wird von ihm her der ganze Leib durch Sehnen und Bänder gestützt und zusammengehalten. 

So wächst heran, wie Gott es bestimmt.“

-Kolosser 2, 19

Wenn Christus das Haupt ist und wir als Gemeinde sein Leib sind (Kolosser 1, 18) und dieser Leib durch Sehnen und Bänder zusammengehalten werden, 

und wir in die konfessionelle und innerkirchliche wie innergemeindliche Zersplitterung unserer Zeiten schauen, 

was sind dann diese Sehen und was sind dann diese Bänder? 

Was ist es, das uns fehlt? 

Ein Band ist die Liebe (Kolosser 3, 14). 

Ein Band ist der Frieden (Epheser 4, 3). 

Liebe wie Frieden ist Frucht des Heiligen Geistes (Galater 5, 22 – 23). 

Der Heilige Geist ist es, der die Bänder schafft, die uns zusammenhalten. 

Doch was sind die Sehnen? 

Was sind überhaupt Sehnen? 

Sehnen dienen der Verbindung von Muskeln und Knochen. 

Knochen, die bilden das feste scheinbar unveränderliche Gerüst unseres Körpers, dem entlang er wächst und das ihn trägt,

kirchlich gesprochen sind das Tradition und Bekenntnis. 

Muskeln, das sind Organe, die Bewegung ermöglichen und antreiben und den Körper formen. 

Das ist auch, was unseren Herzschlag beheimatet, denn das Herz selbst ist ein muskulöses Hohlorgan. 

Die Muskeln unserer Kirche, die Bewegung ermöglichen und in denen der Herzschlag Gottes wohnt, das sind die Gebetsbewegungen, persönlich wie auch organisatorisch, die Gebetshausbewegungen heute, wie auch monastische Bewegungen früherer Zeiten. 

Was verbindet Knochen mit Muskeln?

Das sind Sehnen und Bänder. 

Bänder sind weich und elastisch, 

doch Sehnen sind starr und kraftvoll wie Drahtseile. 

Muskeln ermöglichen Bewegung, 

doch Sehnen dienen der Kraftübertragung. 

Doch was sind Sehnen im ekklesiologischen, im strukturell-kirchlichen, Sinn? 

Was sagen die biblischen Schriften zu Sehnen? 

Zu den Bändern, die uns verbinden, gibt es Befunde, doch zu „Sehnen“ bleibt der Befund aus. 

Daher habe ich nochmal in den griechischen Text geschaut (Nestle Aland 28), ob es ggf. ein Fall der Übersetzung ist, und so ist es. 

„σύνδεσμος“ ist mit „Bänder“ zu übersetzen. Das ist in Ordnung. 

Doch „ἁφή“ kann eher mit Verbindungsansatz, ggf. auch Ansatz oder Gelenk übersetzt werden, die Übersetzung „Sehnen“ ist eher selten. 

Bei „ἁφή“ geht es weniger um das verbindende Element an sich, Bsp. Band oder Sehne, sondern mehr um den Ort, an dem die Verbindung entsteht, 

und hier wird es für das ekklesiologische Bild und seine Aussage wieder interessant und beschließt somit auch die Aussage über Christus: 

„Sie halten nicht an Christus fest, der das Haupt der Gemeinde ist. 

Dabei wird von ihm her der ganze Leib durch Sehnen und Bänder gestützt und zusammengehalten. 

So wächst er heran, wie Gott es bestimmt.“ 

Dabei wird von Ihm her der ganze Leib durch den Ort der Verbindung und die Frucht des Heiligen Geistes gestützt und zusammengehalten. 

Von Ihm her wird der ganze Leib gestützt und zusammengehalten, 

denn Er ist es, durch den wir den Heiligen Geist empfangen haben, 

und Er ist es, in dem wir bleiben, sodass auch Er in uns bleibt (Johannes 15, 4 – 5), 

und dies ist tag-tägliche Aufforderung an uns, 

und Entscheidung von jeden Einzelnen von uns. 

Der Heilige Geist wirkt in christlicher Gemeinschaft, 

doch der Ort der Verbindung, in dem wir annehmen in Jesus Christus zu sein, oder aus Ihm herauszutreten und wieder ganz und gar sündiger Mensch zu sein, 

dieser der Ort der Verbindung, in dem wir annehmen in Jesus Christus zu sein, liegt im inneren Sein jedes Einzelnen von uns, der liegt in Herz und Seele und Verstand jedes Einzelnen von uns. 

Wir treten nicht in Jesus Christus Gegenwart, in dem wir ein steinernes Gebäude betreten. 

Der Ort der Verbindung zu Ihm ist nicht die größte Kathedrale voll schönster Bildnisse noch die reizärmste kleine Kapelle aus Lehm, 

sondern es der Ort im Menschen selbst, in dem Er das Lebendige Wasser der ewigen Quelle Gottes durch sich fließen lässt (Johannes 7, 37 – 39), 

oder diesen Weg versperrt, vermauert oder zumüllen lässt mit der Zeit. 

So sind wir beständig eingeladen Tag für Tag und immer wieder 

in Ihm zu sein, voll und ganz von Ihm zu sein, 

Lebendigkeit und Kraft aus Seiner Quelle zu schöpfen, 

verwurzelt zu Sein in Ihm, 

Sein Lebendiges Wasser des Lebens strömen zu lassen durch uns, 

und so hinaus erst in die Welt zu gehen und unser Sein und Handeln in Tradition und Bekenntnis und Seiner Bewegung zu gestalten, 

die aus Ihm selbst heraus in uns, und die ganze Welt, hervorgeht. 

Was hält Leib Christi, die Gemeinde Gottes auf Erden, in aller Verschiedenheit zusammen? 

Alles kommt von Ihm her, das in unserem eigenen Sein Resonanz gewinnt und aus uns über uns selbst hinaus auch in unsere Gemeinschaften und Gesellschaften hineinwirkt, und sie so in Sein Reich transformiert: 

„Du sollst den Herrn, Deinen Gott, lieben mit all Deinem Herzen, mit all Deiner Seele und mit all Deinem Verstand. 

Dieses ist das wichtigste und größte Gebot und ein weiteres ist ebenso wichtig: Deinen Nächsten sollst du lieben wie Dich selbst. 

An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.“ – Matthäus 22, 37 – 40 (Neues Leben Bibel) 

❤️🙏 

Zur Reflexion: 

Hast du dir heute schon bewusst Zeit nur für Gott genommen?
Du weißt nicht, wie? Dann schau gerne hier: „10 Tipps zur Gestaltung der Stillen Zeit mit Gott“.

Hast du heute schon gebetet?
Du suchst einen Einstieg? Dann lies: „How to Pray“.

Welches Wort aus den biblischen Schriften ist Dir persönlich heute wichtig geworden?

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